Austauschtreffen zum Thema "Radinfrastruktur" Kreis Steinfurt

Der Kreis Steinfurt lud am 16.01. die Kommunen, Straßen.nrw und den ADFC zu einem intensiven Austausch über Radinfrastruktur ein.

Austausch über Radinfrastruktur Kreis Steinfurt
Austausch über Radinfrastruktur Kreis Steinfurt © Joana Kneist

Die Straßenbaulastträger berichteten über ihre vielfältigen Projekte. Dass auch der ADFC eingeladen war, hat uns sehr gefreut. Er war immerhin mit 10 Teilnehmenden aus dem Kreisverband und den Ortsgruppen anwesend.

Nach der Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Manfred Döpper, erläuterte Hans-Günter Ockenfels die Arbeit und die verkehrspolitischen Ziele des ADFC und nahm Stellung zu einzelnen Aspekten der vorgestellten Projekte. Erfreulich ist, aus Sicht des ADFC, dass für den Radnetzausbau zunehmend auch Fahrradstraßen oder der Umbau von überbreiten und nicht mehr regelkonformen Q14-Kfz-Straßen zur Ausführung kommen, aber natürlich auch die priorisierte Triangel. In einigen Kommunen wird an multimodalen Verbindungen gearbeitet, Mobilstationen werden eingerichtet und die Anbindungen an den ÖPNV verbessert. Unbefriedigend ist, dass Seitenrandmarkierungen an Radwegen außerorts immer noch nicht für hinreichend erforderlich gehalten werden, obwohl diese die Radwege attraktiver machen und deutlich zur Sicherheit beitragen. Bürgerradwege betrachtet der ADFC, im Gegensatz zu vielen Anwesenden, nicht unbedingt als „Erfolgsmodell“. Für Kinder und Menschen mit höherem subjektiven Sicherheitsbedürfnis sind sie gut, für den zügigen Alltagsradverkehr jedoch meist ungenügend ausgebaut: Meist zu schmal, mit kurvenreicher Führung, häufigen Querungen und eher einfachem Baustandard.

Anmerkung: Von Bund und Land werden Milliarden Euro für den Kfz-Straßenbau verausgabt, Radwege dagegen von Bürgern erstellt. Welchen Stellenwert hat der Radverkehr?

Aber auch der Neubau von Radwegen durch die Straßenbaulastträger orientiert sich häufig noch an Mindeststandards der ERA. Dabei sollte Radwegeplanung Angebotsplanung sein und bei dem hohen Radverkehrsanteil im Münsterland sind größere Wegebreiten angemessen.

Insgesamt betrachtet, könnten die anwesenden Straßenbaulastträger die Verkehrswende stärker in den Blick nehmen. Es ist notwendig, dass der Kfz-Verkehr an Attraktivität verliert, zugunsten von Bus, Bahn und Rad (Push und Pull). Ein weiterer Ausbau von Kfz-Straßen führt den Klimaschutzgedanken ad absurdum und obendrein zur Vernichtung von Natur- und landwirtschaftlichen Flächen. An untergeordneten Außerortsstraßen könnte durchaus auf eine Separierung von Rad und Kfz verzichtet werden. Dafür müsste natürlich die Kfz-Geschwindigkeit durch bauliche Maßnahmen und Beschilderungen deutlich verringert werden. Und nebenbei könnten kostbare landwirtschaftliche Flächen erhalten, sowie personelle und finanzielle Ressourcen einspart werden.


https://muenster.adfc.de/neuigkeit/austauschtreffen-zum-thema-radinfrastruktur

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